Donnerstag || 31. Oktober 2019 || 20.00 Uhr

Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes

Mit
Jedermann – Sein guter Gesell – Seine Mutter –Buhlschaft – Dicker Vetter – Dünner Vetter –
Ein armer Nachbar – Der Schuldknecht und sein Weib – Tod – Teufel – Mammon –
Jedermanns gute Werke – Glaube – u.a.
Besetzung: NN


Zum Stück

Hofmannsthal ließ sich für seine Nachdichtung des spätmittelalterlichen Jedermann-Stoffs von der englischen Bearbeitung Everyman (1509) und der Comedi von dem reichen sterbenden Menschen, der Hecastus genannt (1549, nach einem neulateinischen Schuldrama) von Hans Sachs inspirieren, dessen gereimte Knittelverse er als Form übernahm. Den Kerngehalt des Stoffes verstand er als zeitlos und allgemein-menschlich, „nicht einmal mit dem christlichen Dogma unlöslich verbunden“, wie er in seinem Aufsatz Das alte Spiel von Jedermann (1911) ausführte. Die Rückwendung auf die allegorische Tradition des Spätmittelalters war für den Autor keine historisierende Spielerei, zumal in Österreich der Sinn für das Allegorische noch durchaus lebendig war, sondern eine für das zeitgenössische Theater aktuelle Gestaltungsmöglichkeit. In kultur- wie zeitkritischer Absicht versuchte Hofmannsthal, „unsäglich gebrochenen Zuständen ein ungebrochenes Weltverhältnis gegenüberzustellen“ (Das Spiel vor der Menge, 1911).

Trotz der Geringschätzung durch einige prominente Kritiker wurde das Stück das populärste Werk Hofmannsthals. Seine Beliebtheit verdankt das Mysterienspiel nicht zuletzt der alljährlichen Freilichtaufführung bei den Salzburger Festspielen, wo es jahrzehntelang in der Inszenierung von M. Reinhardt (1920) auf dem Domplatz mit wechselnden Besetzungen gespielt wurde, darunter stets bekannte Schauspieler in der Titelrolle.
Quelle: Reclams Schauspielführer, Stuttgart 2010,S. 393f.

 

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