Mittwoch || 30. Januar 2019 || 20.00 Uhr

Tod eines Handlungsreisenden

DRAMA IN ZWEI AKTEN UND EINEM REQIEM VON ARTHUR MILLER

Inszenierung | Harald Demmer
Kostüme | Monika Seidl
Bühnenbild | Oliver Kostecka
Produktion | Schauspielbühnen Stuttgart
EURO-STUDIO Landgraf

Besetzung
Willy Loman | Helmut Zierl
Linda Loman, seine Frau | Patricia Schäfer
Happy Loman, Sohn | Jean Paul Baeck
Biff Loman, Sohn | Julian Härtner

In weiteren Rollen sind zu sehen Martin Molitor, Frank Voß,
Maximilian Wrede
und Susanne Theil

Arthur Millers Drama zeitlos aktuell
Auch heute noch ist Arthur Millers 1949 uraufgeführtes Meisterwerk „Tod eines Handlungsreisenden“ beklemmend aktuell. Die Verzweiflung darüber, in einer ausschließlich an finanziellem Erfolg orientierten Welt auf keinen grünen Zweig zu kommen bzw. ab einem bestimmten Alter beruflich aufs Abstellgleis geschoben zu werden, ist heute wieder so real wie zu Millers Zeiten. Forscher schätzen sogar, dass sich jährlich 45.000 Menschen das Leben nehmen, weil sie arbeitslos sind – gescheiterte Suizidversuche nicht eingerechnet. Diese erschreckenden Zahlen veröffentlichte die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich im Februar 2015 in der Fachzeitschrift The Lancet Psychiatry.

Inhalt
Das bekannteste und wohl auch einflussreichste Drama Arthur Millers spielt während der beiden letzten Lebenstage Willy Lomans, eines einst erfolgreichen New Yorker Handelsvertreters.
Willy Loman hat nicht Schritt halten können mit den zeitbedingten Veränderungen in seinem Kundenkreis und in seiner Familie. Sein Haus, seine Möbel und seinen Wagen hat er auf Ratenzahlung erworben. Gerade als er die letzte fällige Summe für sein Haus bezahlt hat, wird er von seiner Firma entlassen.
Loman ist ein im Grunde anständiger, hart arbeitender Mensch, der ein Opfer des amerikanischen Traums vom Erfolg wird. Tragischerweise hat er sich mit Haut und Haaren einem Wirtschaftssystem verschrieben, das ihn zum alten Eisen wirft, sobald er keinen Nutzen mehr bringt. Seine Söhne Biff und Happy, denen Loman selbst die Lehre vom materiellen Erfolg als Lebensinhalt eingeimpft hat, haben es ebenfalls zu nichts gebracht: Während der antriebslose Happy durch zahlreiche Liebesaffären aus der Monotonie des Arbeitslebens flüchtet, empfindet Biff die Hoffnungen, die sein Vater immer noch in ihn setzt, als Belastung und entzieht sich lieber als dass er zugibt, den Ansprüchen seines Vaters nicht genügen zu können.
Umsonst müht sich seine treu besorgte Ehefrau Linda, Vorwürfe zu entkräften und zwischen ihm und den Söhnen zu vermitteln. Als Loman erkennen muss, dass sein ganzes Leben eine Lüge ist, sieht er nur noch einen einzigen Ausweg ...