Montag || 20. Novmber 2017 || 20.00 Uhr

Martin Luther & Thomas Münzer oder die Einführung der Buchhaltung


Schauspiel von Dieter Forte
Regie: Manfred Langner

Mit:
Carsten Klemm, Armin Jung,
Sophie Schmidt, Gregor Eckert u. a.
ca. 14 Schauspieler spielen
die ca. 27 Rollen


Inhalt
Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Magdeburg und Administrator von Halberstadt, möchte das Erzbistum Mainz, das größte und reichste Bistum Deutschlands, erwerben. Dazu braucht er Geld, und dafür wendet er sich an Fugger: das kostet ihn Millionen, denn der Papst will bestochen sein, „Kaiser Maximilian will auch etwas haben. Das ist so üblich. Und das Haus Fugger kann leider nicht umsonst arbeiten.“ Wie an das Geld kommen? Durch den Petersdom-Ablass, den das Marketing-Genie Tetzel vertreiben soll. Der Ablassmarkt darf sich nicht auf Sachsen erstrecken, wo Kurfürst Friedrich von Sachsen regiert und verärgert ist darüber, dass durch die Konkurrenz des Petersdom-Ablasses der Umsatz seines Reliquien-Ablasses stark zurückgeht. Friedrich will das Volk aufklären.


Um der katholischen Kirche und ihren Vertretern samt ihres Augsburger Geldgebers Jakob Fugger Sand ins Getriebe zu streuen, setzt Friedrich auf Martin Luther: der Theologe und Professor an der Wittenberger Universität soll seine Thesen, eigentlich gegen den Missbrauch des Ablasshandels geschrieben, um- und ausarbeiten. Auf Geheiß des Fürsten schickt Luther eine Beschwerde an Albrecht, die bald auch den Papst erreicht.

Im Vorfeld der anstehenden Wahl zum deutschen Kaiser kommt es zu handfesten Interessenkonflikten: die Kurfürsten werden von Fugger bestochen, entgegen dem Wunsch des Papstes Karl, den Habsburger, zu wählen. „Wenn die Ablässe nicht mehr gehen, kassiert man am besten gleich die ganze Kirche“, sagt Friedrich von Sachsen. Er hält mit Luther eine entscheidende Trumpfkarte in der Hand. Der Reformator soll ihm die theologische Rechtfertigung für die Übernahme des Kirchenguts liefern, aber gleichzeitig nicht an den Säulen der Macht rütteln. Eine Revolution liegt in der Luft: im Volk gärt es, Luther ist populär. Sein Mitstreiter Thomas Münzer schlägt bald revolutionäre Töne an ...