Dienstag || 13. Februar 2018 || 20.00 Uhr

Des Teufels General

Schauspiel von Carl Zuckmayer

Mit Einführung 19.15 Uhr in der Mensa der Realschule
Regie: Klaus Kusenberg
Bühne: Günter Hellweg nominiert als Bühnenbildner des Jahres 2014 (Theaterheute)
Kostüme: Franziska Isensee

Besetzung

Gerd Silberbauer in der Titelrolle

In weiteren Rollen:
Daniel Pietzuch, Thorsten Nindel,
Adrian Spielbauer, Andreas Klein,
Peter Schmidt-Pavloff, Markus Fisher,
Martina Dähne, Marsha Zimmermann,
Annette Kreft, Elisabeth
Halikiopoulos, Hans Machowiak

Inhalt

Berlin, Spätherbst 1941. Zu Ehren einiger beurlaubter Front-Offiziere gibt Fliegergeneral Harras, der von der Gestapo verdächtigt wird, in die Sabotageaffäre um mysteriöse Abstürze von Kampfmaschinen verwickelt zu sein, in einem Berliner Restaurant eine Gesellschaft zum 50. Luftsieg von Friedrich Eilers, dem Führer einer Kampfstaffel.

Dabei scheut sich der Draufgänger nicht, das NS-Regime – unter anderem in Gestalt des NS-Kulturleiters Schmidt-Lausitz – zu kritisieren. Nachdem Harras Bekanntschaft mit den Inhaftierungs- und Verhörmethoden der Gestapo gemacht hat, stellt ihm Schmidt-Lausitz ein Ultimatum: Innerhalb von zehn Tagen muss er herausfinden, wer der Urheber der Sabotageakte ist, sonst …
Als die Abendblätter die Nachricht vom Flugzeugabsturz des jungen Oberst Eilers überbringen, der auch der Sabotage zum Opfer fiel, ist Harras bestürzt. Der Tod des Freundes zwingt ihn dazu, seine Verantwortung und Mitschuld anzuerkennen. In der Hoffnung, die Affäre gemeinsam mit Oderbruch, dem Chefingenieur im Materialamt, aufzuklären, macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit – mit ungeahnten Folgen.

Es gibt für die Figur des Harras bei Dürrenmatt ein reales Vorbild. Der Titelheld in „Des Teufels General“, General Harras, ist einer realen Person nachempfunden, nämlich Zuckmayers Freund Ernst Udet (1896-1941). Während des Ersten Weltkrieges galt Udet nach Manfred von Richthofen als zweitbestes Fliegerass der Jagdflieger. In der NS-Zeit nutzte ihn das Regime als Kunst- und Flugschauflieger, Filmemacher und Propagandafigur. Doch als man ihm im Reichsluftfahrtministerium die Verantwortung für die technische Ausrüstung der Luftwaffe und 1939 sogar das Amt des Generalluftzeugmeisters der Wehrmacht übertrug, wurde deutlich, dass Udet zwar hervorragende Flugerfahrung, aber keinerlei technische oder organisatorische Fähigkeiten besaß. Nach den Misserfolgen in der Luftschlacht um England und den damit verbundenen Anfeindungen durch Göring und andere NS-Größen erschoss sich Udet am 17. November 1941. Der Suizid wurde jedoch geheim gehalten; offiziell starb Udet an den Folgen einer bei einer Erprobung einer neuen Waffe erlittenen schweren Verletzung. Hitler veranlasste ein Staatbegräbnis. Im Dezember 1941 erfuhr Zuckmayer aus einer Zeitungsnotiz vom Tod seines Freundes Udet und beschloss, seine Geschichte in einem Theaterstück zu verarbeiten.

Pressestimmen

Zuckmayers Theaterstück (…) vermag auch 70 Jahre nach seiner Uraufführung für Unbehagen zu sorgen. Die Frage nach der Schuld der Mitläufer und Opportunisten bewegte (…) das Publikum. Das Stück entwickelt eine heute wieder aktuelle Brisanz. Eine neue Zeit scheint heraufzuziehen, überall auf der Welt lodern Krisenherde, die sich zu Flächenbränden auszuweiten drohen. Rechte Populisten wittern überall in Europa Morgenluft. Regisseur Klaus Kusenberg hat trotzdem der Versuchung widerstanden, Carl Zuckmayers Drama zu aktualisieren. Die hier gestellten Fragen sind zeitlos und grundsätzlicher Natur. Der Zuschauer muss am Ende selbst entscheiden, was er für sich mit nach Hause nimmt. (…)
Das Publikum kann sich amüsieren und wird doch immer tiefer in den Strudel beklemmender Bilder und Dialoge hineingezogen, in denen die dunkle Seite des Menschen hervortritt.
Jürgen Haberer, Offenburger Tageblatt, 18.2.2016.

Teufels General geht unter die Haut …
Das Stück liefert auch 70 Jahre nach seiner Entstehung noch einen extrem starken Eindruck (…). (…) Es stellt klar die Frage nach der Verantwortung des Einzelnen (…). Eine Frage, die nicht alt wird. Wir sind immer mitverantwortlich für das, was um uns herum geschieht, oder für politische Prozesse.
te, Westfälische Rundschau, 15.2.2016.